Gesetzliche Krankenversicherung: Beiträge und Finanzierung

Gesetzliche Krankenversicherungen

In Deutschland sind Beschäftigte, deren Arbeitsentgelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. transparenter.de gibt einen Überblick über Beiträge, Finanzierung und Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung.

Allgemeine Versicherungspflicht in der GKV

In Deutschland ist jeder Arbeitnehmer mit einem Verdienst unterhalb der Einkommensgrenze von 53.550 Euro im Jahr verpflichtet, sich über eine GKV zu versichern. Für Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen monatlichen Verdienst über 4.462,50 Euro besteht hingegen keine Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Der Versicherte hat damit die Wahl, zu einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Des Weiteren haben unter anderem folgende Personengruppen Wahlfreiheit: Selbstständige und Freiberufler, Mitglieder, deren Versicherungspflicht endet oder deren Anspruch auf eine Familienversicherung erloschen ist, Studenten (ab dem 30. Lebensjahr oder dem 15. Semester) sowie Rentner.

Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen erfolgt nach dem sogenannten Solidaritätsprinzip:

Die Beiträge eines Versicherten richten sich nicht nach dem individuellen Risiko, sondern nur nach der finanziellen Leistungsfähigkeit. Unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge stehen allen Mitgliedern die gleichen Leistungen zu. Anders als private Versicherungen bilden gesetzliche Krankenkassen keine Altersrückstellungen. Die Versorgung von Familienversicherten, chronisch Kranken und älteren Menschen, die durchschnittlich höhere Kosten verursachen, wird deshalb durch die Beiträge der Solidargemeinschaft mitgetragen.

Ab Januar 2015 Zusatzbeiträge möglich

Seit der Gesundheitsreform 2009 ist der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung für alle Versicherten einheitlich auf 15,5 Prozent festgelegt. Anfang 2014 hat die schwarz-rote Regierung einen neuen Gesetzesentwurf zur Reform der Kassenbeiträge auf den Weg gebracht. Tritt das Gesetz wie geplant am 1. Januar 2015 in Kraft, sinkt der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent. Der pauschale Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, für den bislang der Arbeitnehmer zur Kasse gebeten wurde, entfällt.

Für die gesetzlichen Krankenkassen hat die Gesundheitsreform weitreichende Folgen, denn die Senkung der Beiträge reißt von heute auf morgen ein Finanzloch von 11 Milliarden Euro in den Haushalt der GKVs. Krankenversicherungen, die durch die geringeren Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond in finanzielle Schieflage geraten, haben deshalb ab 2015 die Möglichkeit, von ihren Mitgliedern einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu fordern. Spätestens Anfang 2015 sollten Sie deshalb mit dem Tarifrechner von transparenter.de nachprüfen, ob sich für Sie ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung lohnt.

Gesundheitsfonds: Alles in einem Topf

Seit dem 1. Januar 2009 ist die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen durch den Gesundheitsfonds geregelt. In den Fonds fließen sämtliche GKV-Beiträge der Versicherten sowie die staatlichen Zuschüsse ein und werden dort zentral verwaltet. Die Kassenbeiträge werden anschließend aus dem Pool an die einzelnen Kassen verteilt. Jede gesetzliche Krankenversicherung erhält pro Mitglied eine Grundpauschale sowie – je nach Alter, Geschlecht oder Krankheit des Versicherten – Zu- oder Abschläge. Die an die gesetzliche Krankenversicherung zu zahlenden Beiträge richten sich nach den jeweiligen beitragspflichtigen Bruttoeinkünften des Versicherten. Einnahmen, die die Beitragsbemessungsgrenze von 48.600 Euro (Stand: Januar 2014) überschreiten, werden bei der Berechnung der Beiträge nicht berücksichtigt.


 

Fakten zur GKV

Die gesetzliche Krankenversicherung wurde bereits im Jahr 1883 mit dem bismarckschen Krankenversicherungsgesetz der Arbeiter ins Leben gerufen. Sie ist heute neben der Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung ein wichtiger Baustein des Sozialversicherungssystems und Teil des deutschen Gesundheitssystems. Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit der Versicherten. Laut dem GKV-Spitzenverband sind in Deutschland über 70 Millionen Menschen Mitglied in einer der 132 gesetzlichen Krankenkassen (Stand: Januar 2014). Das entspricht rund 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.


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